Aller Anfang ist schwer...

Nach einem Jahr voller Organisation, Planung, hoffen und warten, war es im August 2013 endlich soweit: Die Zusage flatterte ins Haus. =)

Nach und nach stieg in mir immer mehr Vorfreude auf...ein Mix aus Neugier, Gespanntsein und Erwartung. Ich konnte es kaum glauben, dass ich die Zusage bekommen habe und lauter Freundentränen sind mir übers Gesicht gelaufen. 3 Monate voller neuer Erlebnisse, verschiedener Kulturen usw. 3 Monate, mir selbst etwas zu beweisen und um selbstständiger zu werden.

Je kürzer die Zeit bis zum Abflug wurde, desto nervöser wurde ich: Wird alles gut gehen? Werde ich die Leute verstehen? Wie werden die Mitbewohner sein? Was kann ich alles erleben und wohin reisen? Habe ich genug Geld eingeplant? - kurzum: viele viele Dinge, die mir durch den Kopf gegangen sind.

Besonders gefreut haben mich die vielen persnlichen Momente, die kurz vor meinem Abflug geschehen sind. Vielen Dank für all die schönen Sachen, die ihr mir mitgegeben habt. Bilder, selbstgebastelte Kalender, Sprüche, einen Kalender mit einem Spruch für jeden Tag, einen kleinen plüschigen Wegbegleiter und einen ganz persönlichen "Adventskalender =)" für jede Woche, die ich hier bin, um mir die Zeit zu versüßen =) Danke für das richtige Wort im richtigen Moment, für viele tolle Gespräche, für eure Unterstützung und einfach dafür, dass es euch gibt.

Am Tag der Abreise wurde es mir dann doch etwas mulmig. Die Verabschiedungen davor und am Tag der Abreise ist mir sehr schwer gefallen. Nach tränenreichem Umarmen ging es dann um 11 Uhr los in Stuttgart, über London nach San Diego.

Der erste Flug war bis auf die Turbulenzen echt gut, aber ich hätte nicht gedacht, was mich dann noch erwartete:

Der 11h-Flug war furchtbar. Neben mir saßen welche, die kein Englisch verstanden haben und erst einmall sich barfuß neben mich gesetzt und ausgebreitet haben. Natürlich hat das dann den ganzen Flug gestunken. Die eine neben mir und einer hinter mir haben die ganze Zeit gehustet und die Nase alle paar Sekunden hochgezogen. Um mich herum vier kleine Kinder, die abwechslungsweise geschrien haben. Ich musste am Fester sitzen. Hätte ich nur darauf gehört, einen Platz am Gang zu nehmen.

Wie auch immer meine Nebensitzer das geschafft haben, sie haben 10h durchgepennt, sodass ich nur ein Mal aufs Klo konnte, weil die net wachzukriegen waren. Die Stewardess hat mir dann am Schluss noch den Tomatensaft über die Schulter gekippt. An Schlaf war also nicht im Geringsten zu denken.

In San Diego angekommen, musste ich erst mal mit dem Officer rumstreiten, dass ich auch wirklich ins Land darf, weil er der Meinung war, dass ich durch den Aufenthalt in USA im April jetzt nicht wieder einreisen könnte. Den Grund hab ich echt nicht verstanden. Dann hat er mich gefragt, was ich an der UCSD (meine Uni hier) studiere und als ich die Fächer gesagt hab, meinte er ich würde lügen und die Kurse gibts da gar nicht.

Die Deppen von der Apartmentanlage haben mich nicht abgeholt (habe ich mir eigentlich in zwei Mails bestätigen lassen) und ich hab eine Stunde am Flughafen gewartet. Dann hab ich bei denen angerufen und da kam nur der Anrufbeantworter. Das sollte ne Emergency-Nummer sein, aber naja.

So bin ich dann mit meinen drei Taschen so lange rumgewandert, bis ich noch nen Taxifahrer gefunden habe (die Leute am Flughafen meinten, dass viele schon Feierabend gemacht haben). Der Typ meinte erstmal, dass er die Apartmentanlage nicht kennt und musste bei der Zentrale anrufen.(mittlerweile ist es schon dunkel und nebelig geworden)

Der Taxifahrer hat mich dann endlich irgendwann rausgelassen und ich stand vor diesem riesen Komplex. Beim Haupteingang war keiner mehr da und die ganze Anlage wie leergefegt. Hier hat es um die 800 Zimmer. So bin ich dann erstmal ne Stunde durch die Anlage gestiefelt, bis ich endlich eine gefunden habe, die ich wenigstens ansprechen konnte. Die hat aber gemeint, dass ich heute zu spät dran bin und nicht mehr einchecken kann. Dann war ich irgendwann echt am verzweifeln. Ich habe dann nochmal eine gefunden, die mir den Weg zum Zimmer gezeigt hat. Nachdem ich die Koffer in den dritten Stock getragen hatte, habe ich dann endlich mein Zimmer gefunden.

Schade ist nur, dass ich mit keinem hier Silvester feiern konnte. Alles ist hier wie ausgestorben. Meine Zimmerpartnerin ist ausgeflogen und es hing nur ein Zettel dran, dass ich nicht in ihr Zimmer gehen soll, mehr aber nicht. Habd auch schon nebenan geklopft und geklingelt, aber es scheinen alle unterwegs zu sein. Da ich mich draußen überhaupt nicht auskenne und die Straßen nur spärlich beleuchtet sind, habe ich nun leider alleine Silvester feiern müssen. ;-( Jetzt fehlt ihr mir grad alle sehr. Hätte so gerne mit euch gefeiert. habe mir dann mitten in der Nacht gedacht: Ein gutes Neues, Alex. Hoffentlich wird das Jahr nicht so beschissen, wie es angefangen hat.

Jetzt bin ich hier wach und draußen ist es dunkel. Habe auch seit dem Flugzeug nichts mehr zu essen und zu trinken bekommen. Hier hat es nichts zu kaufen und es ist zu dunkel, um draußen rumzulaufen. In 2h wird es dann hoffentlich hell. Etwas bei eiem Lieferservice bestellen ging leider wegen meinem Hand nicht, dass seit der Ankunft gestreikt hat und beim Versuch mit Skype wurde meine Visakarte nicht akzeptiert.

Durch das ganze chaos war ich dann heut nacht echt am heulen und euch alle wahnsinnig vermisst. Da wär ich am liebsten sofort wieder umgekehrt.

Naja, kurz gesagt: es kann nur noch besser werden^^ Ich muss da einfach das Beste draus machen. Hab mich so gefreut, da kann ich es mir nicht vermiesen. Ich muss das einfach als Herausforderung sehen und mich dem ganzen stellen. Ich will ja schließlich was in der Zeit erleben, so wie ich es euch auch versprochen habe.

 

So, jetzt habe ich aber genug Trübsal geblasen. Jetzt muss es weitergehen. Mittlerweile ist es draußen endlich hell geworden und ich mach mich auf, Neues zu erkunden.


 

 

1.1.14 15:38

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